Alexandra Rüsche 14. November 2016

Entry Standard : Börsengang für Mittelständler

Damit Wachstumsvorhaben auch finanziert werden können, ist es für junge Firmen von enormer Wichtigkeit, einen ständigen Zugriff auf das Kapital zu haben. Eine Möglichkeit stellt der Börsengang dar. Mit Entry Standard hat die Frankfurter Börse ein Marktsegment geschaffen, das vorwiegend die Bedürfnisse der kleinen und mittleren Unternehmen erfüllt. Doch Entry Standard ist nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Anleger interessant, da jene die Möglichkeit haben, in aufstrebende Unternehmen investieren zu können. Es sind nämlich vorwiegend jüngere und kleinere Betriebe, die gute Anlagechancen bieten.

Quelle: 3112014/pixabay.com

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Welche Anforderungen müssen erfüllt werden?

Da die Anforderungen – verglichen mit General oder Prime Standard – geringer sind, werden vor allem kleinere und jüngere Firmen angesprochen, den Börsengang zu wagen. Das Unternehmen muss mindestens zwei Jahre alt sein und das Mindestgrundkapital bei 750.000 Euro liegen. 10 Prozent der Aktien müssen sich im Streubesitz befinden; der Nennwert der Aktie sollte mindestens 1 Euro betragen. Das erste gelistete Unternehmen, das sich im Oktober 2005 entschied, Entry Standard auszuprobieren, war die Design Bau AG. Heute gibt es zahlreiche Unternehmen, wie etwa Nanogate, CytoTools AG oder auch Mensch & Maschine, die im Entry Standard-Segment beheimatet sind.

Welche Aufgaben sind zu erfüllen?

Unternehmen, die im Entry Standard gelistet sind, müssen aber auch verschiedene Aufgaben erfüllen: Halbjahresberichte und testierte Jahresabschlussberichte – inklusive Konzern-Lagerbericht – müssen, sechs Monate nach dem abgeschlossenen Geschäftsjahr, vorgelegt werden. Der Unternehmer muss seine Anleger aber auch über Unternehmensnachrichten, veröffentlicht auf der Homepage, informieren. Es besteht jedoch keine Pflicht, sogenannte “Ad-hoc-Mitteilungen” zu veröffentlichen.

Entry Standard im Detail

Entry Standard ist kein amtliches, sondern lediglich ein privatrechtliches Börsensegment (basierend auf § 48 des Börsengesetzes). Vergleicht man die Transparenzanforderungen im Entry Standard mit Prime oder General Standard, wird der Anleger schnell feststellen, dass jene bei dem privatrechtlichen Börsensegment niedriger sind. Für den Anleger stellt das ein erhöhtes Risiko dar, da er mit weniger Informationen versorgt wird. Die Aktien im Entry Standard werden von der BaFin – der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – beaufsichtigt; das bedeutet jedoch nicht, dass die Firmen internationale Rechnungslegungsstandards – sogenannte IAS/IFRS – erfüllen müssen.

Quelle: steinarhovland/pixabay.com

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Welche Risiken müssen die Anleger berücksichtigen?

Wer als Anleger in diese Unternehmen investieren möchte, kann dies beispielsweise über CFDs von CMC Markets tun. Unternehmen, die sich für das Entry Standard-Marktsegment entschieden haben, sind im Regelfall junge und kleinere Betriebe, die zudem eine niedrige Marktkapitalisierung haben. Da die Betriebe aber eine geringere Größe und eine niedrigere Kapitalausstattung haben, sind derartige Unternehmen jedoch anfälliger bei wirtschaftlichen Krisen. Aktien im Entry Standard eignen sich vorwiegend für erfahrene und professionelle Anleger, die in der Lage sind, das Branchenumfeld derart einschätzen zu können, um etwaige Gefahren und Risiken rechtzeitig zu erkennen. Anfänger und Börsenneulinge, die bislang kaum Erfahrungen sammeln konnten, sollten – aufgrund des erhöhten Risikos – auf Aktien im Entry Standard verzichten.

Entry Standard als Alternative

Entry Standard ist die Alternative für all jene Unternehmen, die mit dem Gedanken eines Börsengangs spielen, jedoch nicht die General- oder Prime Standard-Voraussetzungen erfüllen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass vor allem junge Unternehmen profitieren; aber auch Anleger, die aufgrund ihrer Erfahrungen eine gute Markteinschätzung haben, konnten in den letzten Jahren durchaus hohe Gewinne verbuchen.